Kurzfassung

Die RaceBox Mini ist ein solider GPS-Logger — aber sie hat kein CAN-Bus, braucht einen Cloud-Account und kostet ~260 €. Wir bauen einen eigenen Telemetrie-Dongle: ESP32-S3 mit 25 Hz GPS, 6-Achsen-IMU und OBD-II — komplett offline, offene Formate, Prototyp-Kosten ~85 €.

Was uns an der RaceBox stört

Die RaceBox Mini (~260 €) ist der populärste GPS-Logger für Motorradfahrer. 25 Hz GPS, Multi-Constellation, kompakt. Für reine GPS-Aufzeichnung sehr gut. Aber:

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Kein CAN-Bus

Keine Drehzahl, keine Gasstellung, kein Gang, keine Kühlwassertemperatur. Die RaceBox sieht nur Position und Geschwindigkeit — nicht was dein Motor macht.

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Cloud-Zwang

Du brauchst einen RaceBox-Account. Deine Daten laufen über deren Server. Kein Account = keine Nutzung.

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Geschlossenes System

Die RaceBox-App ist proprietär. Datenexport nur in deren Formaten. Du bist vom Hersteller abhängig.

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Keine IMU (Mini)

Die Mini-Version hat kein Gyroskop, kein Accelerometer. Für Schräglage brauchst du trotzdem dein Smartphone.

Was wir stattdessen bauen

Unser Kurvenfokus Telemetrie-Dongle steckt direkt im OBD-II-Port deines Motorrads und liefert alles, was die RaceBox nicht kann — plus alles was sie kann:

Feature RaceBox Mini Kurvenfokus Dongle
GPS-Rate25 Hz25 Hz
Multi-GNSS (GPS+Galileo+GLONASS+BeiDou)JaJa
6-Achsen-IMU (Gyro+Accel)NeinJa (ICM-42688)
CAN-Bus / OBD-IINeinJa (Drehzahl, Gang, Temp)
WiFi-Streaming an SmartphoneJa (BLE)Ja (WiFi AP)
Komplett offline nutzbarNein (Account nötig)Ja
Offene DatenformateVBO-ExportJSON, VBO, CSV
Preis~260 €~85 € (Prototyp)

Die Hardware

Der Dongle basiert auf drei Kern-Komponenten:

Hirn

ESP32-S3

Dual-Core 240 MHz, WiFi + BLE, nativer CAN-Controller (TWAI). Der Standard-Chip für Automotive-Projekte. ~12 €

Position

u-blox NEO-M9N

25 Hz GPS bei 4 Konstellationen gleichzeitig. 1,5 m Genauigkeit. Bewährt in der Racing-Drohnen-Community. ~47 €

Bewegung

ICM-42688-P

6-Achsen-IMU mit niedrigstem Rauschen seiner Klasse. 2,5× besser als BMI270. Temperaturstabil — wichtig am heißen Motorrad. ~5 €

Dazu: CAN-Transceiver (SN65HVD230, ~1 €), Spannungsregler (12V→3.3V, ~1 €), OBD-II-Stecker. Alles zusammen: ~85 € Materialkosten für den Prototyp.

Warum kein Cloud-Zwang?

Der Dongle öffnet einen WiFi-Hotspot. Dein Smartphone verbindet sich direkt — kein Internet nötig, kein Server dazwischen. Die Daten fließen per WebSocket in Echtzeit an die Kurvenfokus-App. Alles lokal. Wenn du den Dongle abschaltest, gibt es keinen Server, der deine Tourdaten hat.

Das ist kein technisches Detail — das ist eine Grundsatzentscheidung. Deine Fahrdaten gehören dir, nicht einem Cloud-Anbieter.

Was CAN-Bus auf dem Motorrad bedeutet

Moderne Motorräder (Euro5) haben einen OBD-II-Diagnosestecker. Über den CAN-Bus kann der Dongle in Echtzeit auslesen:

  • Drehzahl — wie hoch drehst du in welcher Kurve?
  • Geschwindigkeit — vom Motorrad direkt, nicht GPS-berechnet
  • Gangposition — welchen Gang fährst du in welcher Kurve?
  • Kühlwassertemperatur — Überhitzung erkennen
  • Drosselklappenstellung — wie viel Gas gibst du wirklich?

In Kombination mit GPS und IMU ergibt das ein Telemetrie-Bild, das selbst ein AiM Solo 2 nicht liefert — weil der kein Standard-OBD kann.

Status: Prototyp

Der Dongle ist aktuell ein Machbarkeitsstudie auf dem Steckbrett. Die Firmware (ESP-IDF) läuft, GPS und IMU liefern Daten. CAN-Bus Anbindung wird als nächstes getestet.

Das Ziel: Ein kompakter OBD-Stecker-Dongle, der einfach eingesteckt wird — kein Kabel, kein Kleben, kein Basteln. Motorrad starten, Dongle steckt schon drin, Kurvenfokus verbindet sich automatisch per WiFi.

Über den Fortschritt berichten wir hier im Blog.

Kurvenfokus — jetzt schon ohne Dongle nutzbar

Der Dongle kommt. Aber Kurvenfokus funktioniert schon heute — mit GPX-Import von jeder Navi-App.

Transparenzhinweis: Der Kurvenfokus Telemetrie-Dongle ist ein Eigenbau-Projekt von MVXLabs. RaceBox und AiM sind eigenständige Produkte. Alle Preise sind ungefähre Richtwerte (Stand: Juni 2026).