Kurzfassung

Eine Dolomiten-Tour (Arabba ⇌ Brixen), analysiert mit Kurvenfokus. 1.500 Kurven, Tour-Score 86/100, maximale Schräglage 27° links. Was die Daten über Fahrmuster, Symmetrie und Verbesserungspotenzial verraten.

Die Tour

September 2025. Start in Arabba, über den Grödner Joch, runter nach Brixen, zurück über Klausen und das Villnößtal. 188 km, 6.098 Höhenmeter, knapp 5 Stunden Fahrzeit. Eine klassische Dolomiten-Runde — Pässe, Täler, Serpentinen.

Nach der Tour: GPX-Track in Kurvenfokus importiert. Was die App gefunden hat, hat mich überrascht.

Die Zahlen auf einen Blick

1.500
Kurven
188 km
Distanz
27°
Max Lean
86
Tour-Score

8 Kurven pro Kilometer

1.500 Kurven auf 188 km — das sind durchschnittlich 8 Kurven pro Kilometer. Zum Vergleich: Eine Autobahn-Etappe hat vielleicht 0,5 Kurven pro Kilometer. Die Dolomiten sind 16× kurviger.

Aber nicht jede Kurve ist gleich. Kurvenfokus kategorisiert sie automatisch in 6 Klassen (#0 bis #5), von sanften Biegungen bis zu engen Kehren. Die Verteilung auf dieser Tour:

  • #0–#1 (sanft): ~60% — die vielen leichten Richtungsänderungen auf Passstraßen
  • #2–#3 (mittel): ~30% — echte Kurven, wo man Schräglage braucht
  • #4–#5 (eng): ~10% — Kehren und Serpentinen, maximale Aufmerksamkeit

Links vs. Rechts — fast symmetrisch

763 Linkskurven (51%) vs. 737 Rechtskurven (49%). Fast perfekt ausgeglichen — das liegt an der Rundtour (hin und zurück über verschiedene Straßen).

Aber bei der Schräglage sieht es anders aus:

  • Max Lean Links: 27°
  • Max Lean Rechts: 23°
  • Ø Lean Links: 3,8°
  • Ø Lean Rechts: 3,9°

Die Durchschnittswerte sind fast identisch — aber die Maximalwerte zeigen: Links lege ich mich 4° weiter rein als rechts. Warum? Vermutlich eine Kombination aus Gewohnheit und Straßenverlauf. Erst die Daten machen das sichtbar.

Tour-Score 86 — was bedeutet das?

Kurvenfokus berechnet einen Tour-Score von 0–100. Er berücksichtigt Kurvenanzahl, Schräglage, Geschwindigkeit und Symmetrie. 86 ist ein solider Wert für eine Passfahrt — nicht Rennstrecke, aber auch nicht zaghaft.

Was mich überrascht hat: Die langsamsten Kurven waren nicht die engsten. Es waren Kurven mit schlechter Einsehbarkeit — verdeckte Kurvenausgänge, Gegenverkehr, nasse Stellen. Die Daten zeigen: Ich fahre nicht nach Kurvenradius, sondern nach Sichtweite. Das wusste ich vorher nicht.

Kamm'scher Kreis — Rennstrecken-Telemetrie auf der Passstraße

Das G-Force-Diagramm (Kamm'scher Kreis) zeigt das Zusammenspiel von Beschleunigung und Kurvenkraft. Auf der Dolomiten-Tour sieht man klar: Die meisten Datenpunkte liegen im linken und rechten Bereich (Kurvenkräfte) — kaum im oberen Bereich (starkes Beschleunigen). Logisch: Auf Passstraßen bremst man in die Kurve und beschleunigt danach moderat. Auf der Rennstrecke sähe das anders aus.

Was ich daraus gelernt habe

  1. Ich fahre asymmetrisch. 4° Unterschied zwischen Links und Rechts. Das will ich in der nächsten Saison ausgleichen.
  2. Sicht bestimmt mein Tempo, nicht der Kurvenradius. Das ist erstmal klug — aber in bekannten Kurven könnte ich flüssiger fahren.
  3. Die Dolomiten sind objektiv dicht. 8 Kurven pro Kilometer. Wer Kurvenspaß sucht, ist hier richtig.

Ohne Kurvenfokus wäre mein Fazit der Tour gewesen: „War geil." Mit Kurvenfokus weiß ich jetzt: Wo es geil war, warum, und was ich besser machen kann.

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